- Under Construction -

 

Dies ist die Geschichte meines Fahrzeugs.

Die Iso Lele mit der Fahrgestellnummer 500064 wurde laut Werksunterlagen am 11. März 1971 fertiggestellt und nach Spanien ausgeliefert.

Das Fahrzeug kam in der Serienausstattung und hatte gegenüber dem Grundmodell lediglich den grösseren Motor - 5,8 l und 355 PS - damit ist es eines von nur 5 Exemplaren, die nach den Werksunterlagen überhaupt ohne Klimaanlage hergestellt wurden. Die Farbe war silber und die Leder-Innenausstattung schwarz.

Die Zulassung geschah nach meinen Informationen am 01.06.1971 in Barcelona mit der Nummer B-891385. Gefahren wurde das Fahrzeug aber nur bis 1974, da dies die letzte spanische KFZ-Steuerplakette war, die in dem Auto angebracht wurde. Anscheinend war das Fahrzeug danach stillgelegt und stand Jahrzehnte in einer trockenen Garage. Der Besitzer - Joan Mauri Cruz - versuchte den Wagen dann 1993 zu verkaufen, was jedoch erst 1996 gelang. Der Wagen wurde nach Grossbrittannien verkauft, wo der neue Besitzer, Malcolm Rocke, den Wagen komplett zerlegte um ihn zu restaurieren. Unglücklicherweise verstarb Mr. Rocke im Jahre 1999 und in der Folge verschwanden die Stossstangen, das Frontemblem, vordere Zierleisten und Stossstangenmontierte Leuchten beim Wiederzusammenbau des Fahrzeugs in unrestauriertem Zustand.

Es folgten mehrere Versuche das Fahrzeug in Grossbrittannien zu verkaufen, jedoch wurde das Fahrzeug 2008 nach Deutschland verkauft, wo es unglücklicherweise nicht überdacht auf einem Hof abgestellt wurde. Im Frühjahr 2009 habe ich das Fahrzeug dann erworben und sofort in eine Spezialwerkstatt gebracht um es technisch wieder in Gang zu setzen und für die deutsche Zulassung über den TÜV zu bringen.

Meine erste Untersuchung des Fahrzeugs ergab einen soliden Allgemeinzustand mit Durchrostungen an Front, Heck und Motorhaube. Die fehlenden Stossstangen besorgte ich aus Schweden, die nicht originalen Fensterheberschalter ersetzte ich durch Bertone-Schalter aus dem BMW 3200 CS Bertone. In der Restauration wurde zunächst der Unterbodenschutz mit CO2-Strahlung entfernt, damit alle Problemstellen an der Karrosserie auch aufgedeckt und behoben werden konnten. Unglücklicherweise zeigten sich dabei Durchrostungen der Schweller, die vorher durch den Unterbodenschutz abgedeckt waren sowie ein komplett fehlender Querträger. Die Zeit in Grossbrittannien hat dem Fahrzeug also doch mehr als geahnt geschadet und es scheint auch dort längere Zeit dem Wetter ausgesetzt gewesen zu sein. So stieg der Aufwand der Restauration alleine an der Karrosserie merklich an und erreichte schon ohne Komplettlackierung den doppelten Kaufpreis.

Da auch eine Komplettlackierung wegen der ausgedehnteren Schweissarbeiten nötig war stellte sich die Frage welche Farbe ich dafür wählen sollte. Zwar bin ich eigentlich ein Fan möglichst hoher Originalität, aber in den letzten Jahren wurden einfach zu viele silberne Fahrzeuge hergestellt und ich finde auch, dass der Lele diese Farbe nicht so gut steht wie z.B. dem Grifo oder dem A3C. Zur Auswahl standen für mich weiss, gelb, rot und schwarz, letztlich wurde es gelb, wobei das Originalrezept für die Iso Farbe "Giallo Limone" nicht mehr verfügbar ist, so dass ich auf das zeitlich korrekte "Giallo Fly" von Ferrari aus dem Jahr 1969 zurückgriff, für das das Rezept noch verfügbar ist.

Parallel dazu wurde die etwas ausgeschlagene Antriebswelle repariert, die Bremsanlage komplett überholt, neue Bremsleitungen wurden angefertigt, eine neue Benzinleitung eingezogen, eine Edelstahlauspuffanlage montiert, das Übliche halt.

Als letzter Akt blieb nur noch übrig den recht einfachen Plastikspiegel durch einen standesgemässeren Talbot-Chromspiegel zu ersetzen und zwar nach vorhergehender Festlegung an welcher Stelle er mir den besten Blick ermöglicht. Vom BMW 3200 CS war ich diese Spiegel auf den Kotflügeln gewohnt, jedoch sind bei der Lele die meisten Spiegel an den Türen montiert. Um für beide Positionen gerüstet zu sein, hatte ich entsprechend Spiegel mit kurzem (Türmontage) sowie mit langem Fuss (Kotflügelmontage) besorgt.

Die Kotflügelmontage sorgt für einen besseren Blickwinkel während die Türmontage die Linienführung des Wagens am wenigsten beeinflusst. Mit den selektierten Chromspiegeln von Talbot ergab sich eine geringe Anpassung des Blickwinkels sobald montiert

Die Aufarbeitung des recht hart gewordenen Leders übernahm ich selbst mit einem aus Dänemark beschafften "Geheimtipp", einem Komplettset zur Reinigung, Pflege und zum Nachfärben.

Das Ergebnis des ganzen Aufwandes kann sich sehen lassen, auch wenn das Armaturenbrett nicht dem restlichen Zustand des Fahrzeugs gerecht wird und als nächstes gemacht werden muss.